Fünf Meetings, null Entscheidungen
Es gibt ein Muster, das ich in fast jedem Unternehmen sehe. Egal ob 30 Mitarbeitende oder 3.000.
Das Muster
Montag: Strategiemeeting. Dienstag: Jour fixe Marketing. Mittwoch: Abstimmung mit der Agentur. Donnerstag: Update Geschäftsführung. Freitag: Retrospektive.
Fünf Meetings. Alle gut gemeint. Alle dokumentiert. Und am Ende der Woche hat sich nichts bewegt.
Nicht weil die Menschen unfähig sind. Sondern weil das System so gebaut ist, dass Entscheidungen nach oben wandern — und dort liegen bleiben.
Warum das passiert
1. Entscheidungen werden nicht delegiert. Die Geschäftsführung will bei allem mitreden. Verständlich — es ist ihr Unternehmen. Aber wenn jede Kampagne, jede Budgetfreigabe, jede Agentur-Auswahl über einen Schreibtisch muss, entsteht ein Flaschenhals. Und der Flaschenhals wundert sich, warum nichts vorangeht.
2. Fachkräfte werden nicht gehört. Die Person, die den Google-Ads-Account betreut, weiß genau, welche Kampagne nicht funktioniert. Aber sie sitzt nicht im Strategiemeeting. Stattdessen entscheidet jemand, der die Zahlen aus zweiter Hand kennt.
3. Meetings ersetzen Entscheidungen. „Wir müssen das nochmal besprechen" ist der häufigste Satz in deutschen Unternehmen. Er bedeutet: Niemand will die Verantwortung übernehmen. Also reden wir nächste Woche nochmal.
Was funktioniert
- Entscheidungshoheit klar zuweisen. Wer darf bis zu welchem Betrag freigeben? Wer entscheidet über Kanäle? Wer stoppt Kampagnen? Wenn das nicht auf einem Blatt Papier steht, existiert es nicht.
- Meetings kürzen. Radikal. 30 Minuten statt 60. Standing statt Sitzung. Agenda mit maximal drei Punkten. Jeder Punkt endet mit einem Namen und einem Datum.
- Fachkräfte einbeziehen. Nicht als Beobachter. Als Entscheider in ihrem Bereich. Wer die Daten sieht, sollte auch handeln dürfen.
Der Test
Gehen Sie Ihre letzten fünf Meetings durch. Bei wie vielen wurde eine konkrete Entscheidung getroffen, die auch umgesetzt wurde?
Wenn die Antwort unter drei liegt, haben Sie kein Meeting-Problem. Sie haben ein Entscheidungsproblem.
Kommt Ihnen das bekannt vor?
Wenn Sie gerade an Ihr eigenes Unternehmen denken — lassen Sie uns reden.
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